Praktische Tipps bei Diabetes Mellitus
 
Die Fußpflege ist für Diabetiker deshalb besonders wichtig, weil hohe Blutzuckerwerte, sowie Schwankungen und die zu niedrigen Blutzuckerwerte Veränderungen an den Gefäßen und Nerven mit sich bringen können. Die Folge davon sind Stoffwechselstörungen in den Nerven oder eine fortschreitende Gefäßverkalkung.

Weiterhin steigt die Anfälligkeit für Infektionen. Da die Störungen anfangs meist schmerzlos verlaufen, kann sich sehr schnell ein diabetisches Fußsyndrom (DFS) entwickeln. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Fußkontrolle enorm wichtig.
 
Kontrollieren Sie täglich Ihre Füße auf Veränderungen. Legen Sie einen Spiegel auf den Boden und betrachten sie aufmerksam Ihre Fußunterseite.

Es ist wichtig für Sie, einmal jährlich Ihre Füße von einem erfahrenen
Arzt kontrollieren zu lassen.

Gehen Sie nie barfuß!

Benutzen Sie bei kalten Füßen keine Heizkissen oder Wärmflaschen.

Tragen Sie weiche, gut passende Schuhe - immer mit weichen Strümpfen oder Socken. Die Strümpfe oder Socken müssen faltenfrei anliegen und das Bündchen darf nicht einschneiden. Kontrollieren Sie die Schuhe vor dem Anziehen darauf, dass keine Steinchen oder Fremdkörper darin sind, die Druckstellen oder Verletzungen verursachen können.

Neue Schuhe kaufen Sie am besten am Nachmittag, wenn die Füße etwas ange­schwollen sind. Drücken die Schuhe bei der Anprobe nicht, werden Sie diese immer bequem tragen können. Ziehen Sie die neuen Schuhe anfangs trotzdem nur 1 bis 2 Stunden am Tag an, damit sich der Fuß auf ihren neuen Schuh einstellen kann.

Neue Schuhe - der richtige Schuh für Diabetiker:
Ihre Schuhe sollten ausreichend breit, lang und hoch und aus weichem, geschmeidigem Leder ohne fühlbaren Innenkanten (Nähte) sein. Nur Schnürsenkel oder ein Klettverschluss kommen in Frage, ein Gummizug ist tabu. die Schuhe sollten ein stoßdämpfendes Fußbett und maximal 20 mm Absatz haben.

Vermeiden Sie nasse Füße durch Regen oder Schnee.

Zu lange Fußbäder (nie länger als 5 Minuten) weichen Ihre Haut zu sehr auf. Die Wassertemperatur sollte nicht höher als 28 °C sein. Trocknen Sie die Füße mit einem weichen Handtuch - nicht zu sehr rubbeln, das verletzt die Haut - vergessen bitte auch nicht die Zehenzwischenräume.

Trainieren Sie Ihre Füße z.B. durch Spaziergänge, Fußgymnastik
oder Radfahren.
 
 
Bemerken Sie folgende Anzeichen an Ihren Füßen, sind dies  Vorboten neuropathischer Schädigungen, dann gehen Sie zum Arzt.
 
Kribbeln in den Füßen (Ameisenhaufen - Beginn in den Zehen, steigt "sockenförmig" bis in die Unterschenkel hoch).

Taubheits- oder Pelzigkeitsgefühl.

"Eingeschlafene" Füße

Brennenden Füße (Dauerhaft kalte Füße deuten eher auf eine Durchblutungsstörung hin).

Gangunsicherheiten ("Laufen wie auf Watte" / "Schaufensterkrankheit" - claudicatio intermittens).

Häufige Wadenkrämpfe / Muskelzuckungen.

Schmerzen (Brennend, stechend, stumpf) an den Füßen (Ruheschmerz - meist nachts, "Bettdecke ist mir unerträglich").

Schlecht heilende, offene Stellen, vor allem an den Fußunterseiten.

Reduzierte Gelenkbeweglichkeit (Zehen bewegen).

Hautschwielen an Druckstellen (Dunkle Stellen in Schuhen kontrollieren).

Trockene, warme, rissige Haut, "Pergamenthaut", starke Hautabschuppung.